Vor 1 Jahr gepostet

it8bit:

Classic Ads: Mr. Do!

Mr. Do! is an arcade game created by Universal in 1982. Remotely similar in gameplay to Namco’s popular Dig Dug title, Mr. Do! was also popular and saw release on a variety of home video game consoles and systems. It went on to sell 30,000 units in the United States. [Wiki]

Vor 1 Jahr gepostet

gameandgraphics:

Space Invaders box art for the  Atari 2600 home video game system - Atari, 1980 

Vor 4 Jahren gepostet

Raumfahrerei kotzt fett an, Tag 19

23.09.2998
Entfernung zur Erde: 6.525 Mio. km

Liebes Logbuch,

bei Allah dem Ewigen! Mir ist langweilig. Nachdem wir vor gefühlten dreihundert Lichtjahren unsere H-Tanks am Saturn aufgefüllt hatten, verlief die weitere Reise komplett ereignislos.

Dort, wo wir normalerweise erst Uranus und dann Neptun passiert hätten, passierten wir tatsächlich nichts und niemanden, da Uranus zufällig auf der anderen Seite des Sonnensystems herumumlaufbahnte und Neptun bekanntermaßen seit dem fünften Weltkrieg nicht mehr existiert.

Jetzt steuern wir auf Pluto zu. Pluto, der Ex-Planet. Pluto, der Grund für die Weltkriege Nr. 3 und 5. Pluto, der kleine Mistkrümel.

Die Geschichte der Weltkriege 3 und 5 ist noch heute für einen Lacher gut und strapaziert Lachmuskeln und -Membrane im gesamten Sektor. Die Geschichte geht so:

Vor rund 1.000 Jahren, genauer im Jahr 2006, einigten sich die weltraumforschenden Eierköppe der damaligen Zeit nach jahrelanger Diskussion darauf, dem bis-dato-Planeten Pluto den Planetenstatus abzuerkennen und ihm nur noch Zwergplanetenstatus zuzugestehen. Minizwergplanetoidchen Pluto. Weil er so klein sei, der süße.

Der Auslöser für diese völlig unsinnige Planetenstatusdebatte ist im historischen Kuddelmuddel verloren gegangen, führende Geschichtsschreiber gehen aber davon aus, dass es sich um einen massiven Fall von Rechthaberei und Profililierungssucht handelte.

Wie auch immer: Bei all der Streiterei wussten die primitiven Menschlein im Jahr 2006 noch nicht, dass es intelligentes Leben auf Pluto gab. Und sie wussten auch nicht, dass dieses intelligente Leben über Langstreckenüberwachungssysteme verfügte. Und die Debatte um den Status ihres kleinen, dunklen Heimatplaneten mit Interesse verfolgte.

Denn die Plutorianer waren neidisch. Nicht nur war ihr Planet kleiner, kälter und dunkler als die Erde, es gab auch keine Vegetation und die eigene Spezies war, im Vergleich mit der Menschheit, von ausgesuchter Hässlichkeit. Die Plutorianer lebten unter der Oberfläche ihres verhassten Pluto und bezogen alle Energie aus dem flüssigen Kern, ihr Wasser aus dem sie umgebenden Eis. Sie hatten Energie, Eis und Technik. Sonst nichts. Kein Wunder also, dass die Plutorianer mit den Jahrtausenden neurotisch und shizophren wurden. Und schließlich, als die verhassten Menschen in ihrer kindlichen Ahnungslosigkeit über den Status ihres Heimatplaneten entschieden, war es den hässlichen Männlein genug: Sie starteten eine Invasion zur Zerstörung der Erde.

Eine vergleichsweise lächerlich große Flotte unter dem Kommando von General Xerfflö, dem neurotischsten aller Plutorianer, machte sich im Jahr 2015 auf den Weg zum Neptun. Xerfflö zapfte das Gas des blauen Giganten fast vollständig ab, um daraus ein tödliches Giftgas zu mischen, mit dem er die ignoranten Erdlinge ins Jenseits befördern wollte. Alle auf einen Streich.

Nach neunjähriger Reise schwenkte Xerfflö endlich in die irdische Umlaufbahn ein und pumpte sein Giftgas in die Atmosphäre der völlig überraschten Terraner. Doch wie sich herausstellte, war das Giftgas überhaupt nicht giftig. Es war völlig harmlos. Mehr noch: Die Zusammensetzung war so ausgetüftelt und die Dosierung so exakt, dass das Gas dem sehr angeschlagenen Erdenklima zur Regeneration verhalf. Die Durchschnittsgesundheit aller Menschen stieg nach Xerfflös Angriff um 16 Prozent.

Trotz aller Dankbarkeit für die Dienste der Plutorianer werteten führende Militärs das Manöver korrekt als Angriff auf die menschliche Spezies. Sie beschlossen einen Gegenschlag. Und da Xerfflö siegesgewiss nur auf sein Giftgas gesetzt hatte, vernichteten unsere Atomraketen seine Flotte vollständig.

Das war der dritte Weltkrieg, aus dem unsere Erde gesünder und mit weniger Atomwaffen hervorging. Der vierte Weltkrieg soll aufgrund des globalen Verschwiegenheitsabkommens von 2181 hier keine Erwähnung finden. Für die Nummer 5 zeichneten jedoch wieder die Plutorianer verantwortlich. Nach fast 200 Jahren starteten sie einen erneuten Versuch, zapften Neptun schließlich leer und probierten ein anderes Gasrezept. Die neue Zusammensetzung war jedoch so instabil, dass sich die Flotte nach Eintritt in den Orbit selbst zerstörte - ein plurotianscher Mechaniker betätigte zu früh die Kontrolle zum Gasausstoß.

Spätestens jetzt nahmen die Weltführer die Bedrohung von Pluto ernst und starteten einen groß angelegten Plasmaraketenangriff. Nach wiederum neunjährigem Anflug schlugen die großen Raketen auf dem kleinen Pluto ein, schmolzen alles Eis und hinterließen eine wasserlose, kalte Wüste. Die Plutorianer starben binnen kurzer Zeit aus.

Und das war der fünfte Weltkrieg.

Puh. Tut gut, sich mal etwas auszuschreiben… und wenn’s nur trockene Geschichte ist. Jetzt rufen die Lachsröllchen.

Turf

Vor 4 Jahren gepostet

Saturn, die alte Sau, Tag 3

06.09.2998
Entfernung zur Erde: 1.205 Mio. km
Kurs: Pluto

Passieren zur Stunde den Saturn, ein willkommener Zwischenstop. Das riesengroße Gasding besteht fast ausschließlich aus Wasserstoff. Oben gasförmig, in der Mitte flüssig, im Kern aus Metall. Also, metallischer Wasserstoff. Abgefahren, oder?

Nun, wir sind jetzt schon drei Tage unterwegs. Die Wasserstofftanks sind nur noch halb voll, weil sich unser ach so reinlicher Waffenoffizier sein tägliches Wasserstoffbad nicht verkneifen konnte. Er heißt Pflock Chit und kommt von Urshcalt. Das ist ein Planet, der so ungünstig liegt, dass keine Sonne so richtig hinscheint. Als Immobilie also nur unter Kompromissen bewohnbar (Jahreshöchsttemperaturen -250 Grad Celsius, ununterbrochener Wasserstoffniederschlag), dafür unglaublich günstige Mieten. Die Bewohner von Urshcalt nennen wir liebevoll Eismänner. (Es gibt keine Eisfrauen. Eismänner sind asexuell. Sie reproduzieren sich, in dem sie sich spontan einen kleinen Eismann aus dem Hörorgan ziehen.)

Dass sich Pflocks Eiskörper an Bord der Katana nicht kochend in Luft auflöst, liegt an einem ausgetüftelten Schutzanzug aus Klebeband und jeder Menge Alufolie. Naja, und seinen Wasserstoffbädern. Aber er wird ohne auskommen müssen. Wir brauchen das Zeug für die Brennstoffzellen der Sushireplikatoren.

Wird Zeit für ein ernstes Gespräch. Und einen warmen Händedruck, haha.

Biegen jetzt in eine Umlaufbahn um den Saturn ein. Gebe gleich den Befehl, den Wasserstoff abzusaugen. Pflock Chit fragt, ob er eine Runde durchs Gas surfen darf. Weil er der beste Waffenoffizier ist, den man sich vorstellen kann - die Hitze des Gefechts kennt er nicht -, stimme ich zu. Kapitän sein ist geil.

Turf

Vor 4 Jahren gepostet

Logbuch I, Tag I

04.09.2998
Entfernung zur Erde: 560.000 km
Kurs: Saturn

So.

Wir, also meine Crew und ich, sind unterwegs zum Ende des Universums. Seit ungefähr 15 Minuten sind wir jetzt schon unterwegs. Haben soeben das Dock verlassen. Der Weltpräsident konnte uns nicht persönlich verabschieden, weil seine Tochter einen Fuckbot heiratet. Er lässt aber schön grüßen. Vor uns liegen zwischen zwei und 36 Jahre Reise. Konnte man uns auch nicht so genau sagen. Denn vor kurzem hat sich herausgestellt, dass die Physiker des frühen 21. Jahrhunderts recht hatten: Das Universum ist tatsächlich kugelförmig. Und es hat sich lange Zeit ausgedehnt. Dumm nur, dass es sich jetzt wieder zusammenzieht - und zwar mit einer Beschleunigung von einem Lichtjahr pro Wimpernschlag.

Das fast ein Jahrtausend aktuelle Modell des irgendwann spontan von einem göttlichen Riesenwal verspeist werdende Universums in Form eines Shrimps ist also falsch. Was jetzt niemanden besonders überrascht hat.

Egal. Von allen waghalsigen Piloten und Raumfahrern unseres Sonnensystems hat man die waghalsigsten unter dem Versprechen, unendlichen Nachschub an Sushi zu garantieren, in ein Raumschiff gepackt, um sie dem Ende des Universums entgegenfliegen zu lassen. Um zu gucken, was passiert. Den Allerwaghalsigsten der Waghalsigen ernannten sie zum Kapitän: mich. Turf Morimoto.

Waghalsig. Was ist das überhaupt für ein beklopptes Wort? Ich bezeichne mich lieber als den Allerallertöftesten unter den Töften.

Wahrscheinlich kehren wir nicht zurück. Immerhin ist es das Ende des Universums. Frage mich bloß, warum wir überhaupt losgeschickt worden sind. Unser Schiff, die Katana, verfügt über kein Kommunikationssystem. Der Kommunikationssystemdesigner war krank, als sie an der Akademie gerade den Langstreckenkommunikationssystemdesignkurs hatten. Wir sind, sobald wir das Sonnensystem verlassen, abgeschnitten. Also können wir auch nicht erzählen, was da so gehen wird, am Ende des Universums.

Katana ist übrigens ein echt fetziger Name für ein Schiff, wie ich finde. Leider sieht es nicht aus wie ein Samuraischwert. Es ist der Form einer Salatgurke nachempfunden, dem wertvollsten Gemüse des Sonnensystems. Seit dem Salatgurkenkonflikt im Jahr 2804 sind die Dinger so selten wie kompetente Kapitäne für endzeitliche Suizidmissionen.

Ich pfeiffe mir jetzt ein paar Maki rein. Bis bald.

Turf